Don Bosco und die (deutschen) Salesianer

Namenspatron: St. Johannes Bosco

Am 16. August 1815 in Becchi unweit von Turin geboren, wuchs Johannes Bosco in einfachen Verhältnissen auf. Mit knapp zwei Jahren verlor er seinen Vater, so dass die Mutter sich praktisch allein um die drei Kinder zu kümmern hatte. Durch Arbeit in der Landwirtschaft und in verschiedenen handwerklichen Berufen konnte der junge Johannes schließlich soviel zum Lebensunterhalt beitragen, dass der Besuch des Gymnasiums im nahegelegenen Chieri möglich wurde. Sein Ziel war es nämlich, Priester zu werden.

Ab 1835 studierte er Philosophie, ab 1837 Theologie am Priesterseminar in Chieri, und am 5. Juni 1841 empfing er in der Turiner Immaculata-Kirche die Priesterweihe. Es schloß sich ein dreijähriger Aufenthalt im Turiner »Convitto ecclesiastico« an, wo »Don« Bosco, wie man ihn nun nannte, eine Art pastoraltheologisches Aufbaustudium absolvierte und dabei vor allem durch den Theologen Josef Cafasso (1811–1860) geprägt wurde. Zugleich sammelte er erste praktische Erfahrungen in der Arbeit mit gefährdeten Jugendlichen

Im Jahre 1844 übernahm Don Bosco die Stelle eines Hausgeistlichen in einem Mädchenheim der Marchesa Giulia Barolo (1785–1864). Diese neue Aufgabe erlaubte es ihm zunächst, das »Oratorium des hl. Franz von Sales«, wie er seine Zusammenkünfte mit jungen Leuten von der Straße nannte, weiterzuführen. Ab 1845 musste das Oratorium sich auf Wanderschaft begeben. Don Bosco verzichtete 1846 auf die Stelle als Hausgeistlicher und fand im Turiner Stadtteil Valdocco eine feste Bleibe für seine jugendpastoralen Aktivitäten.

Das Werk entwickelte sich zusehends: Eine Kapelle wurde errichtet, dem Oratorium wurden nach und nach verschiedene andere Einrichtungen angegliedert (Heim, Lehrwerkstätten, Berufsschule, Gymnasium, Druckerei), Don Bosco trat als Verfasser von populären religiösen Schriften sowie von Schulbüchern hervor, er wurde 1852 durch Bischof Luigi Fransoni (1789–1862) zum Direktor aller in der Stadt Turin befindlichen Oratorien ernannt, im selben Jahr kam es zum Bau der Kirche des hl. Franz von Sales.

Don Bosco lebte in einer Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs. Sein Geburtsjahr 1815 war zugleich das Jahr des Wiener Kongresses und markierte den Beginn der Restauration in den meisten Ländern Europas. Liberale und nationale Gedanken ließen sich allerdings nicht mehr dauerhaft aufhalten.

Der Turiner Jugendseelsorger, der sich einerseits als Italiener fühlte, andererseits in Treue zum Papst stand, war von den Spannungen, die damals zwischen Staat und Kirche herrschten, mitbetroffen. Gelegentlich trat er hier als Vermittler in Erscheinung, so etwa, wenn es um die Besetzung vakanter Bischofsstühle ging. Von staatlicher Seite wurde sein Einsatz zugunsten vernachlässigter und bedürftiger Jugendlicher durchaus geschätzt.

Was waren nun die geistlichen Quellen, aus denen Johannes Bosco lebte? Als Kind wurde er von der Mutter Margherita geb. Occhiena (1788–1856) in einem religiösen Sinne erzogen. Das tiefe Gottvertrauen, das hier wachsen konnte, bestimmte sein ganzes weiteres Leben – gerade auch in schwierigen Situationen. Zugleich prägte ihn die Erfahrung der familiären Armut; seine spätere »Option für die ärmere Jugend« hatte darin eine ihrer Hauptwurzeln.

Im Priesterseminar wurde ihm, wie er im nachhinein bemängelte, eine etwas lebensfremde, spekulative Dogmatik vermittelt. Hier lernte er jedoch auch Heilige der katholischen Reform wie Philipp Neri (1515–1595) und Franz von Sales (1567–1622) kennen. Nach dem Genfer Bischof Franz von Sales wurden das Oratorium, die dazugehörige Kirche und später die Ordensgemeinschaft benannt.

In besonderer Weise verehrte Don Bosco die Gottesmutter Maria, und zwar als »Helferin der Christen«. Die von 1863 bis 1868 in Turin-Valdocco errichtete große Kirche wurde daher »Maria-Hilf-Basilika« genannt, und die 1872 von Don Bosco unter Mitwirkung Maria Mazzarellos (1837–1881) gegründete Kongregation zur sozialen und religiösen Betreuung der weiblichen Jugend erhielt den Namen »Töchter Mariä, der Hilfe der Christen« (im deutschen Sprachbereich als »Don-Bosco-Schwestern« bekannt).



St. Johannes Bosco

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