Siebte Kreuzwegstation

Jesus fällt zum Zweiten Mal unter dem Kreuz

Jesus warnte sie: Gebt acht, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes! Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten. Als er das merkte, sagte er zu ihnen: Was macht ihr euch darüber Gedanken, dass ihr kein Brot habt? Begreift und versteht ihr immer noch nicht? Ist denn euer Herz verstockt? Habt ihr denn keine Augen, um zu sehen, und keine Ohren, um zu hören? Erinnert ihr euch nicht: Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten Ihm: Zwölf. Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten: Sieben. Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht? (Mk 8,15-21)

Jesus stürzt zum zweiten Mal mit dem Balken im Genick.

 Aber, hatten sie nicht Simon das Kreuz aufgeladen, „damit er es hinter Jesus hertrage?
Wie sollte dann Jesus gefallen sein unter der Kreuzeslast?
– Es muss einen tieferen Sinn haben, abermals bei dem niederfallenden Jesus Station zu machen. „Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen?“, hieß wiederum die Frage der alten Kreuzwegbeter (Gotteslob Nr. 180, Text von 1630).
Und sie hielten Rast auf dem Leidensweg Jesu mit der Antwort auf die Frage nach dem zweiten Grund für sein Todesgeschick, den sie in der Bibel fanden:
Das Unverständnis der Jünger hat Jesus leiden lassen, hat ihn niedergedrückt!
– Warum ist kein Urteil der Beter über die Jünger überliefert?
Wurde der Glaubensmangel im Jüngerkreis zum Spiegel für die Kreuzwegbeter selbst? – In der Liedstrophe aus dem 17. Jh. Heißt es: „Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, mein Herr Jesus, habe dies verschuldet, was du erduldet.“


Euch, Petrus, Jakobus, Andreas…, euch hatte er alles anvertraut. So oft wie zu niemandem sonst hat er zu euch von Gott gesprochen, dem wunderbaren Gott bedingungsloser Liebe. Er hat euch die Angst genommen, die schreckliche Gottesangst: „Wie nur kann ich am Tag seines Zornes bestehen?“, und ihr habt mit ihm „Abba, du“ denken, fühlen, beten gelernt. Hautnah habt ihr erlebt, wie ganz und gar er selbst den Charakter des Abba hat, habt erlebt, wie Menschen heil wurden in seiner Gegenwart und wie aus den Gesetzessteinen der Tora wieder das Brot der Tora wurde für Tausende im Wort aus seinem Mund, für Kinder und Greise, für Fischer, Zöllner, Dirnen, Schriftgelehrte und Tagelöhner… - Doch ihr habt nicht verstanden, habt gestritten, wer unter euch der Größte sei, wolltet Gottes Zorngericht auf die Ungläubigen und Sünder niedergehen sehen, habt Notschreiende wie Bodyguards zur Seite gedrängt, habt geschlafen in der Stunde der Entscheidung … wie wir. Das, Jesus macht dich leiden an uns, deinem Jüngerkreis.

Fotos Angie Weiss
Die Texte sind mit freundlicher Genehmigung des St. Benno-Verlages dem Buch von Reinhard Körner, Unterwegs mit dir, Jesus, Ermutigungen zur Nachfolge, ISBN 978-3-7462-2183-0 entnommen.