Biblischer Erzählfigurenkurs vom 17. bis 19.9.2010

"Mein Chaos meine Ordnung"

Biblische Erzählfiguren können uns die Geschichten aus der Bibel bildlich darstellen, indem wir uns mit ihnen in die damalige Zeit und Situation hineindenken und ihnen die Haltung und den Ausdruck geben, den wir dabei empfinden.

 Unter der Leitung von Friederike Becker und Barbara Kosman haben wir uns für ein Wochenende im Gemeindehaus zusammen gefunden, um eine eigene Erzählfigur herzustellen und einen biblischen Text zu erarbeiten.

 
Sisaldraht, Styropor, Bleifüße und Stoff entwickeln sich langsam, manchmal auch sehr widerstrebend, zu einer Figur.  Mit Friederikes Hilfe nehmen wir jede Hürde.

 
und die Figuren können sich wirklich sehen lassen.

 
Doch nicht nur mit den Figuren beschäftigen wir uns, auch mit uns selbst und unserem Thema:


„Mein Chaos und meine Ordnung“ - Die Tempelreinigung, Mat. 21, 12

Wie hat er ausgesehen, der Tempel in Jerusalem, zu der Zeit als Jesus lebte?
Ein Raum mit der Bundeslade, den Schriftrollen, der Tora, den nur die Priester betreten durften? Noch ein Raum für die Schriftgelehrten. Der Hof davor, auch eine Halle, mit Säulen vielleicht, die Händler mit ihren Tieren, die Geldwechsler. Die Menschen mit ihren Waren, die sie eintauschen gegen Opfertiere. Lebhaftes Treiben, wie auf einem Markt. Mittendrin der Altar für die Opfer, Blut, Rauch, mal schnell ein Opfer dargebracht…. Alles in Ordnung, oder?



Wir probieren es aus. Der Raum für die Priester, den Hof, mit Erzählfiguren dargestellt sieht es sehr harmonisch aus.


„Jesus ging in den Tempel und trieb alle Händler und Käufer aus dem Tempel hinaus; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um und sagte: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle“ (Jes. 56,7; Jer 7,11)


Wie geht es den Menschen jetzt? Wir überlegen und stellen die Figuren um.


 
Sie sind erschrocken, entsetzt, alles liegt am Boden, ihr wertvoller Besitz, alles was ihnen wichtig ist, zerstört, achtlos beiseite geworfen.
Jesus ist wütend.
Das gibt uns zu denken. Jesus wütend? Muss Gott auch uns manchmal härter anfassen, damit wir es merken, wenn wir vom rechten Weg abgekommen sind? Finden wir in unserem Chaos manchmal Gottes Ordnung?


„Im Tempel kamen Lahme und Blinde zu ihm, und er heilte sie.“
Unser Bodenbild wandelt sich, eine neue Ordnung entsteht. Jesus ist von Armen, Kranken, Kindern umringt. Er predigt nicht, er hilft und heilt. Die Priester und Schriftgelehrten haben ihren Raum mit der Tora und den Schriften verlassen. Ein neuer Mittelpunkt ist entstanden. Jesus ist jetzt der Mittelpunkt, durch sein Handeln macht er Gottes Liebe spürbar.


 
Als nun die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder im Tempel rufen hörten: Hosanna dem Sohn Davids!, da wurden sie ärgerlich und sagten zu ihm: Hörst du, was sie rufen? Jesus antwortete ihnen: Ja, ich höre es. Habt ihr nie gelesen: Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob (Ps 8,3)? Und er ließ sie stehen und ging aus der Stadt hinaus nach Betanien; dort übernachtete er.“

 
Den Priestern und Schriftgelehrten hält Jesus den Spiegel vor, schlägt sie mit ihren eigenen Waffen, den Worten aus der hl. Schrift.
Was empfinden die Menschen jetzt? Sie sind verwirrt, diskutieren.
Jesus geht. Lässt Zeit zum Nachdenken, gibt jedem die Gelegenheit ihm zu folgen, auch den Hohenpriestern. Gibt allen die Freiheit sich zu entscheiden für Gott oder für Geld, Besitz und Macht.


 
Dann wird es noch einmal schwierig. An uns richtet sich die Frage: Was ist unser eigener Raum für Gebete und was die Räuberhöhle in uns?
Wichtig war für uns dabei der Austausch untereinander, das Reden und vor allem das Zuhören.











Natürlich gab es auch immer wieder genügend Zeit für lockere Runden bei Kaffee, Kuchen, Suppe undAbendbrot.
Petra Korff


St. Johannes Bosco

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